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05.03.2010:  Neuanschaffung einer Furnierpresse

Bei der mit zwei Heizplatten aus Aluminium ausgerüsteten Heizplattenpresse (Einetagenpresse) wird der Druck durch einen Hydraulikzylinder erzeugt. Die Alternative mit mehreren Platten wird als Mehretagenpresse bezeichnet. Die Heizplatten werden mit Heißwasser, Dampf oder elektrischen Strom erwärmt. Die dem Furnier und Leim entsprechende Temperatur und der Pressdruck können eingestellt werden. Als Furnier bezeichnet man 0,5 bis 2,5 mm dicke Blätter aus Holz, die durch verschiedene Schneideverfahren hergestellt und für verschiedene Zwecke weiterverarbeitet werden. Das Wort Furnier wurde im 16. Jahrhundert dem französischen „fournir” (bestücken, beliefern) entlehnt. Es bezeichnete den Vorgang, weniger wertvolles Holz mit edleren dünnen Holzblättern zu belegen.

Furniere vor der Verarbeitung

Die Furniertechnik wurde um 2900 v. Chr. von den Ägyptern erfunden. In Ägypten waren die edlen Hölzer ebenso begehrt wie selten. Dies zwang die Ägypter zu einer möglichst ökonomischen Verarbeitungsweise. Sie schnitten das Holz in feine Brettchen. 1922 wurden furnierte Möbelstücke als Grabbeigaben für Tutanchamun gefunden – Zeitzeugen einer altertümlichen Furniertechnik.

In unserem Haus wird die Furnierpresse zur Pressung von HPL Schichtstoffen verwendet. Dekorative Schichtstoffplatten, im folgenden kurz HPL (High Pressure Laminates) genannt, sind ebene Platten auf Basis thermoerhärtender Harze, die homogen entweder mit Holzfasern oder mit Kraftpapier (harzgetränkte Papiere) verstärkt sind und unter hohem Druck und hoher Temperatur verpresst werden. Sie bestehen aus 70% Weichholzfasern, respektive 70% Kraftpapier und zu 30% aus Bindemitteln. Die als Bindemittel verwendeten Phenolharze haben eine ähnliche chemische Struktur wie das Lignin im Holz und verbinden sich bei der thermischen Härtung der Platte mit diesem Naturstoff.

Mit einer speziellen patentierten Technologie wird der Platte eine integrierte, dekorative Oberfläche verleiht. Diese Technologie basiert auf lösungsmittelfreien Polyurethan-Acrylharzen, die mit Hilfe einer Elektronenstrahlhärtung ihre hervorragende Qualität bekommen.

Die damit entstehenden Eigenschaften machen diesen Werkstoff ideal für eine vielfältige Anwendung nicht nur im Innenraum. Das Herstellungsverfahren macht die Platten extrem witterungsbeständig; Sonne, saurer Regen und Feuchte beeinträchtigen weder die Oberfläche noch den Holzkern. Aufgrund der geschlossenen Oberfläche und der Kanten ist dieses Material einfach zu reinigen, Verschmutzungen setzen sich nicht fest und Fäulnisbakterien können sich nicht ansiedeln, somit wird eine Verrottung ausgeschlossen.

Die enormen Vorteile der Witterungsbeständigkeit machen dieses Produkt, zusammen mit den vielförmigen gestalterischen Möglichkeiten und der reichhaltigen Farbpalette, zu einem vielseitig einsetzbaren Bauelement. HPL sorgen somit nicht nur in der Architektur, sondern auch bei gestalterischen Projekten in Freiräumen für ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild.

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